Trotz Allem

Trotzdem mir alles manchmal- oft so schwer scheint, kaum zu tragen und viel zu schwer, mich hinabziehend- trotzdem ist diese Welt immer wieder voller wunderbarer, stiller Schönheit für mich.

Am Morgen, in der Natur, umgeben eben nur von dieser Natur, da kann ich mich einlassen auf das Leben. Auf das sein. Und ich fühle mich angekommen in meinem Leben.

Die Herausforderung: Dieses Gefühl, diese Sicherheit hinüberretten in den darauf folgenden Alltag. Dafür fehlt mir noch die geeignete Brücke.

 

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Heute…

…war kein guter Tag. In Tänenn aufgelöst, ständig, voll innerer Verzweiflung und dabei wusste ich noch nicht einmal konkret, weshalb.Es gab nicht mehr Anlässe als an anderen Tagen auch, aber heute überrollte mich dieses Gefühl, dass ich keine Kraft mehr habe, dass ich so nicht weiter machen möchte. Kombiniert mit dem Wissen, dass ich da momentan so gar keine Wahl habe. Es wäre wahrscheinlich aushaltbarer, wenn ich irgendeine Vision vor Augen hätte, eine Zukunftsidee. Alle, die ich irgendwann hatte, sind vergangen, von mir selbst zerdacht oder von außen verunmöglicht.

Ich scheitere momentan so völlig an meiner eigenen Unzulänglichkeit in ganz vielen Dingen, die mir eben eine solche Vision noch unmöglicher machen und dazu an meiner mangelnden Fähigkeit zur Abgrenzung.

Heute mag ich einfach nicht mehr.

Mein Thema

Mein momentanes Thema scheint wohl die Enttäuschung zu sein, gemeinsam mit der Traurigkeit über die Enttäuschung.

Kein konkretes Vorhaben, das keine Erfüllung fand, sondern mehr so kleine Nadelstiche, die sich aneinander reihen. Viellleicht entsteht am Ende ein schönes Muster daraus, wer weiß.

Mir scheint, ich soll lernen, dass es mir nicht gut tut, Erwartungen an Menschen zu haben, mir von Menschen Liebe und Erfüllung zu erwarten und zu erhoffen. Dankbar annehmen und mich über das Geschenk der Nähe freuen, wenn es sich mir zeigt, aber nicht darauf hoffen und meine Gedanken darauf fokussieren. Auch nicht mein Glück davon abhängig machen.

Wie gut passt dazu ein Satz der hl. Teresa von Avila, den ich gerade heute las: “ Gott will, dass das Innere des Menschen einsam sei, lauter und voll Sehnsucht nach seinem Trost.“ Vida 8,9

Ich verstehe das gar nicht als traurige Forderung eines egoistischen Gottes, wie es vielleicht auch gelesen werden kann, vielmehr als die Verheißung eines liebenden Gottes, der mir die Gewissheit gibt, diese innere Einsamkeit, die kein Mensch je würde füllen können, zu füllen, voller Trost und Zuversicht. Heilend und haltend.

Ich wünsch mir, dass ich diesen Gedanken nicht vergesse in den Tagen, die sich mir momentan so schenken, dass es nicht schwer fällt, eine innere Einsamkeit zu spüren.

Immer wieder…

…passiert es- ich handle mit einer bestimmten Absicht, einer guten Absicht, dem Wunsch, jemandem etwas Gutes zu tun und nach der Maxime, jemandem das zu schenken, was ich mir in dem Moment an Worten und Angeboten wünschen würde.

Und obwohl ich vorher schon weiß, dass ich bei manchen Personen einfach keinen Nachhall finden werde, hoffe ich doch darauf.
Es mag mir nicht in den Kopf, wie eine Freundin, die so sehr christlich geprägt ist und so viel darüber sagen und argumentieren kann, so wenig warmherzig sein kann.

Ich halte ihr beide Hände offen hin, ich gebe ihr, sie schmettert es ab. Ich weiß es eigentlich, dass sie so reagieren wird, aber irgendwo in meinem Kopf hat sich festgesetzt, dass ich es nur dann verstehen könnte, wenn ich einen Grund dafür wüsste oder finden würde. Aber ich finde bei ihr keinen Grund. Und so bin ich immer wieder enttäuscht.

Ich versuche, für mich anzunehmen, dass sie so ist. Nicht anders kann. Aber es fällt mir wirklich schwer. Nur- wer bin ich denn, dass ich zu urteilen habe? Niemand bin ich. Es steht mir nicht zu.

So nehme ich mich selbst in den Arm und tröste mich. Denn das Kind in mir ist trotz aller vernünftigen Überlegungen traurig und enttäuscht.

Es wird vergehen.

Glücklich

Manchmal schleicht sich ein Gefühl des Glücks einfach so ein- oder nein, eigentlich ist es nicht einfach so. Denn ich spüre den Grund dafür, aber dennoch überrascht es mich.

Die Komposition aus dem Wissen, das Richtige getan zu haben im Helfen, mit einem Gefühl des Geborgenseins und dazu einen meiner Lieblingstexte unerwartet wieder zu lesen.

„Come to me, all you who are weary and burdened, and I will give you rest.“

Für mich ist das ein wunderbarer Satz, ganz unabhängig davon, wieviele Gedanken ich mir sonst über Textstellen und insbesondere über religiöse Zitate mache- aber dieser Satz schenkt mir Sicherheit und Glück.

Danke.

 

Machtlosigkeit

Gestern merkte ich wieder einmal, wie sehr ich immer noch und immer wieder davon abhängig bin, was und wie Andere von mir denken.

Es war nur eine kleine, simple Situation, in der mich jemand duzte, der mir völlig unbekannt war und mir gegenüber in einer dominierenden und mich selbst kleinmachenden Art auftrat. Es war vielleicht nicht einmal so sehr das unangebrachte Du (in der virtuellen Welt würde es mich eher stören, wenn es ein Sie wäre, so verschieden sind manchmal diese beiden Welten), es war mehr meine innere Reaktion und das Bewusstsein, dass ich sofort in das Muster zurückverfalle, mich klein zu fühlen und mich nicht zu wehren. Ich sagte einfach gar nichts. Besser als in einem kindischen Ton zu erklären versuchen, wie die Situation eigentlich ist. ich wünsche mir, irgendwann so weit zu sein, dass ich eine solche Situation klären kann. Selbstbewusst. Und meinem Alter angemessen, nicht als Kind.
Aber, immerhin, ein kleiner Erfolg: Ich spürte, wie die große Wut über all das mich lähmte, normal weiter zu machen und schaffte es, die Wut in Bewegung, in Sport umzusetzen. Das ist ein guter Schritt gewesen.