Dieses Jahr 2012

Vielleicht war es mein bisher anstrengendstes Jahr.

Begonnen hat es mit der Arbeit, die immer nur als Praktikum überschrieben ist, aber de facto volle Arbeitskraft und volle Verantwortung umfasst. Am Anfang des Jahres habe ich noch volle Energie da hinein gesetzt, aber als meine eigene Kraft massiv schwand und ich jeden Morgen nur noch denken konnte, ich möchte ganz woanders sein, habe ich mich innerlich immer weiter davon entfernt. Wahrscheinlich meine einzige Chance.

Dann dieses Ereignis, bei dem ich so völlig versagte. (drei oder vier andere Menschen, die mit dabei waren, ebenso, aber natürlich betrifft mich nur mein eigenes Versagen) Nicht darüber nachdenken, was ich damit angerichtet habe. Es verblasst zunehmend, aber es wird nie vergehen.

In der Folge die Gewissheit, dass ich diese Prüfung in diesem Jahr nicht machen kann. Es war alles zuviel. Viel zu viel.

Umzug. An einen neuen Ort. Erleichtert durch die Nachbarin am alten Ort, deren Krankheit mich so belastete, dass ich mich kaum mehr traute, da zu sein. Mein eigener Anspruch zu helfen in der Kombination mit der Unfähigkeit, immer da zu sein und Kraft zu haben.

Am neuen Ort erst einmal Gelassenheit. Froh sein, über die Natur. Sicher fühlen. Dann auch hier wieder zunehmend das Gefühl, weg zu wollen.

Immer mehr und stärker das Gefühl, hier auch nicht am richtigen Ort zu sein. Zu eng mit der Familie. Bzw. den 2 Personen, aus denen sich diese Familie zusammen setzt. Immerhin kann ich hier zur Ruhe kommen, ohne mit Menschen in Kontakt treten zu müssen.

Kurz vor Ende dieses Jahres dann beworben für nächstes Jahr. Mit so einem Gefühl voller Gleichgültigkeit im Bewusstsein, dass ich ohnehin keine wirkliche Wahl habe.

Und immer dieses Warten auf ein Wunder. Das Wunder, das mich aus allen Begrenzungen befreit und mir Zuversicht gibt.

Was aber auch zu diesem Jahr gehört: Dieses neue Verankerung im Glauben. Die mich getragen hat und ohne deren Sicherheit ich sicher nicht durchgestanden hätte.

Das vielleicht auch als wenigstens einen kleinen Vorsatz für das neue Jahr: Mich fester verankern im Glauben. Mich sicherer fühlen.

Immer neue Versuche

Es sieht manchmal alles so düster und leer aus. So erschöpfend, müde machend.

Dann fehlt mir die Kraft für so vieles, was vielleicht auch helfen könnte, wieder Kraft zu schöpfen.

Vor einigen Tagen ist mein Hund vor meinen Augen zusammen gebrochen, krampfte und war bewusstlos. Ich war so hilflos. Und zuerst sicher, sie wäre nicht mehr am Leben. Als sie wieder atmete, war ich fast überrascht. So spät habe ich erst gemerkt oder wahrhaben wollen, wie es ihr geht. Dass es ihr schlecht geht. Nun wird sie behandelt wie ein Mensch- ein Hund mit schwerer Herzinsuffizienz. es geht ihr besser, deutlich. Aber wie lange? Was nützen mir irgendwelche Prognosen? Sie war so lange immer da, ich kann mir nicht vorstellen, wie es ohne sie sein wird. Noch leerer, noch kraftraubender.

Und vor mir dieser Berg an Lernstoff, der bezwungen werden will. Manchmal, da möchte ich einfach nur weg. Eigentlich nicht nur manchmal, fast immer. Nur ich wüsste nicht einmal wohin.

Also immer weitere Versuche, zu kämpfen. Und irgendwelche schönen Dinge zu finden.