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Wie wahr…

Ein beeindruckender Artikel, den ich nicht wieder vergessen möchte.

Mich tangiert es kaum (mehr), dass ich eigentlich nur dunkel gekleidet, meist in Hosen oder, wenn im Rock, dann mindestens knielang und farblich wenig auffällig, durch mein Leben laufe. Ich bin es gewohnt, nicht aufzublicken, wenn mir Männer begegnen, um nicht herauszufordern, dass sie mich anmachen. Ich habe mich daran gewöhnt, einfach nicht zu reagieren, wenn es doch passiert. Und ich habe in der Stadt, in der ich lebte, das haus im Dunkeln kaum verlassen und mich, wenn es doch notwendig war, entweder abholen lassen oder den ganzen Weg über am Handy telefoniert und mitgeteilt, wo ich gerade bin. Also- nicht auffallen, Attraktivität möglichst verstecken und sich unsichtbar machen. Funktioniert ganz gut und schützt.

Aber wie wütend könnte es mich eigentlich machen, dass ich also, wenn auch weitgehend unbewusst, nicht selbst entscheide, was ich wann wie trage. Dass ich mir das von der, wie auch in diesem Artikel wieder beschrieben und in meiner Vergangenheit viel zu oft deutlich übergriffiger erlebt, nicht unbegründeten Angst vor einem Übergriff vorschreiben lasse. Ws für eine Welt, in der, zumindest aus meiner Wahrnehmung, tatsächlich jeder Mann erst einmal ein potentieller Täter ist. Manche werden nach einer Weile aussortiert als eher nicht gefährlich, aber im Grunde würde ich keinem wirklich trauen. Das ist erschreckend, wenn es wieder einmal so ganz unmittelbar klar wird.

Wie ich schon schrieb- ein toller Artikel. Ein wichtiger. Auch wenn sich nichts ändern wird in dieser Welt.

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Es gibt so Zeiten im Leben…

…da wird alles ein bisschen zuviel. Obwohl es natürlich mal wieder, objektiv betrachtet nicht annähernd so viel oder belastend ist, wie das, was andere Menschen erleben und aushalten müssen.

Nichtsdestotrotz ist es für mich eben viel auf einmal und vielleicht ist das doch das einzige, was zählt. Schließlich empfindet jeder Mensch anders und es mag ein Geschenk sein, wenn ein Mensch in der Lage ist, leichter mit den Dingen des Lebens umzugehen als ich.

Da ist ein Bewerbungsgespräch, das keines war, da der Chef sich nicht wohl fühlte…dafür ein Gespräch mit zwei Menschen, die sich redlich bemühten, aber meine Fragen nicht beantworten konnten und mir in Anbetracht der Arbeitszeiten ein mulmiges Gefühl verpassten. Mit dem Ergebnis, dass der Rest meines Tages von schlimmsten Kopfschmerzen begleitet wurde, wie ich sie schon lange nicht mehr erleben musste. Deshalb der Plan: Keine feste Zusage an diese Stelle, wenn ich dann nochmal mit dem Chef spreche (mal sehen, ob er sich dann wohl fühlt…) bzw. versuchen, meine Vorstellungen in Bezug auf die unmittelbare Zukunft durchzusetzen. Wieder einmal dankbar dafür sein, dass all die Mühe und Zeit und Kraft der letzten Jahre wenigstens dafür gut waren- dass ich gewisse Forderungen stellen kann und eine wenigstens kleine Wahlfreiheit zwischen den Arbeitgebern habe. Immerhin.

Ich warte noch auf ein Wunder, das mir all das erspart. Kein Aufreiben im tagtäglichen Arbeitswahnsinn, kein Getriebenwerden von der Notwendigkeit des Geldverdienens. Nunja, eher nur ein netter Wunschtraum.

Dann sind da Ergebnisse, die auf die Gesundheit eines wichtigen Menschen kein gutes Licht werfen. Und je mehr man selbst davon versteht, umso schwerer wird es, so etwas leicht wegzustecken. Nun also heute ein gemeinsamer Arztbesuch in der Hoffnung auf ein vernünftiges, zielführendes gespräch und daraus resultierende Abklärung. Und das Gebet, es möge sich alles zum Guten wenden.

Und da ist noch mein liebes kleine Hundewesen, das mich ganz wunderbar akzeptiert, so lieb und pflegeleicht ist, aber keinen anderen menschen als Betreuer akzeptiert. Schon das Betreten meines Wohnzimmers durch Menschen, die sie täglich sieht und die ihr wohlgesonnen sind, kann zu einem zaghaften Knurren führen. Das ist nicht gut. Denn es kann ein Moment kommen, in dem ich selbst nicht da bin und sie bereit sein muss, auch einen der anderen Menschen als Begleitung ins Freie zu akzeptieren. Hundeschule wäre gerade so wichtig, aber es geht noch nicht. Zeitlich noch nicht und ich merke, dass mein Kopf gerade viel zu voll ist, um mich darauf einlassen zu können.

Denn eigentlich sollte intensiv lernen, jeden Tag, vorankommen, den Plan einhalten, auf dem ich schon im Hintertreffen bin und der jeden Tag länger wird, je mehr meine Gedanken bei all den anderen Themen verweilen.

Ach, ich wünschte manchmal, ich könnte einfach die Flügel ausbreiten und davon fliegen…

Wie es uns geht

Wie schön es ist, wenn da draußen Menschen sind, die doch tatsächlich meinen kleinen Blog lesen. Das freut mich!! Auch wenn ich mir immer sage, es ist in erster Linie ein Tagebuch für mich, zum Sammeln meiner Gedanken- natürlich ist es nicht nur das, denn dann würde ich einfach in mein kleines schwarzes Büchlein schreiben, das mir als Tagebuch dient und nicht hier im Internet. Und deshalb: Danke für jeden Kommentar!

Wie geht es meinem Hundemädchen und mir…Ich würde sagen, wir haben uns schon ganz gut zusammen gelebt. Fast ein bisschen zu gut für meinen Geschmack- ich darf den Raum nicht verlassen, sofort kommt ein kleiner Hund hinterher, auch wenn da noch zwei andere Menschen wären, die sich gerne um sie kümmern würden. So bin ich also 24 Stunden mit diesem kleinen schnuffigen Wesen zusammen.

Meistens gelingt es mir ganz gut, keine Vergleiche anzustellen. Aber gestern war irgendwie ein Tag, da fiel es mir schwer. Ich vermisste meine liebe alte Hündin, mit der ich mich so blind verstanden habe. Sie hat mir keineswegs immer gefolgt und wäre mir im Garten nicht annähernd so fein hinterher gelaufen wie die kleine Maus, aber es war ein bisschen so wie in einer langen Ehe. Jeder wusste, was der andere wann wie tun würde. Und das fehlte mir gestern sehr.

Aber ich möchte nicht vergleichen, das ist immer unfair und wird meinem Hundemädchen auch nicht gerecht. Schließlich habe ich an meine alte Hundedame keinerlei Erziehungsansprüche mehr gestellt, ich wusste, was ich erwarten konnte und was nicht. Dagegen stelle ich an das Hundemädchen deutliche Ansprüche, was wir gemeinsam erreichen sollten in unserem Zusammenleben.

Und deswegen werde ich jetzt mal das Projekt Hundeschule konkret angehen. Was mich davon noch abhält ist die Tatsache, dass ich dafür ein ganzes Stück Auto fahren muss. Mit einem Hund, der Autofahren ziemlich doof findet, auch wenn wir es fast täglich auf kurzen Strecken üben, bei denen ich noch neben ihr sitze. Als Fahrerin wird das nochmal ganz anders und dafür fehlt mir grade die Zuversicht. Führerschein seit doch schon so einigen Jahren und ein eigenes Auto machen noch keine gute und entspannte Fahrerin aus mir.

Aber ich muss ja auch mal reifen an meinen Herausforderungen…Und von diesen Herausforderungen wird die nächste Woche ganz nett erfüllt sein…

Und übrigens: Mein Hundemädchen hat einen eigenen Blog: http://hundemaedchenzeit.wordpress.com/

Zukunft

Füchslein

Nach diesem Jahr, in dem ich zuviel verloren und zu wenig dazu gewonnen habe, konnte ich nicht noch einsamer und noch verlorener in das neue Jahr gehen.

Vielleicht hätte ich es auch alleine geschafft, weiter zu machen, ohne ein Wesen an meiner Seite. Aber ich habe nicht mehr die Kraft, schon wieder zu kämpfen. Ich möchte leben in dem Gefühl, eine Zukunft zu haben.

So lebt seit gestern ein kleines Zukunftswesen bei uns, dessen Vergangenheit für uns im Dunkeln bleiben wird, für das kleine Tier aber eingebrannt in seiner Seele. Und so müde macht, wenn man draußen war- weil draußen muss man so viel Angst haben vor Autos, fremden Menschen, plätscherndem Wasser…Und vor Zäunen, die aussehen wie die, hinter denen man schon mal eingesperrt wurde. Aber das eigene Körbchen ist schonmal ein sicherer Zufluchtsort. Und nachts schläft man einfach durch, ganz friedlich.

Willkommen in meinem Leben, meine Kleine, ich wünsche dir ein langes, glückliches Leben an meiner Seite und dass du die Angst bald verlierst. Und verzeih mir, wenn ich manchmal Vergleiche ziehe mit meiner Hübschen, das meine ich nicht böse, aber sie wird immer in meinem Herzen sein.

Unfassbar

Leb Wohl

Leb Wohl

So plötzlich, so seltsam und irgendwie doch in den Stunden zuvor von mir erahnt ist mein geliebter Hund von mir gegangen.

An Silvester merkte ich nachmittags wie sie unruhig war, sie hatte aber vorher noch munter gefuttert und mir gekochte Nudeln praktisch aus der Hand gerissen, als ich sie ihr einzeln hinhielt. Mittags hatte sie auch ihre Medikamente noch (lecker verpackt in Leckereien) genommen. Und am späten Vormittag waren wir noch im Wald- sie konnte nicht viel am Stück laufen, dann fing sie an zu hecheln, aber ohne, dass die Zunge blau wurde und sie schnuffelte noch ganz interessiert und fand den Wald ganz spannend wie immer. Setzte sich nicht hin oder legte sich gar. Vom Auto aus bellte sie auch noch munter.

So gegen 16. 00 Uhr wurde ich auf einmal so traurig, ich hatte so Angst, sie zu verlieren.Ich ging zu meinen Eltern und sagte ihnen, dass es der Maus schlechter ginge, obwohl ich nicht genau festmachen konnte, inwiefern.

Ich nahm sie dann mit ins Große Wohnzimmer, dort schlief sie erstmal im Körbchen neben meinem Vater, während wir Kaffee tranken und ich aus der Bibel, die ich meinen Eltern zu Weihnachten geschenkt hatte, vorlas. Beim Blättern stieß ich auf einen Abschnitt aus dem Johannesevangelium, in dem es heißt: „Wenn ihr mich wirklich liebt, dann werdet ihr euch für mich freuen, weil ich jetzt zum Vater gehe“- das tröstete mich.

Wir setzten uns dann ins Wohnzimmer, aßen Nudelsalat und sahen irgendetwas im Fernsehen an. Meine Mutter bügelte dann noch ein bisschen. Meine Maus musste dann noch zweimal in den Garten, machte aber nur einmal noch. Aber immerhin, ich hatte schon befürchtet, dass ihr Niere unter der Diuretikadosis zusammengebrochen wäre, aber dem war nicht so. Das stimmte mich positiv, auch wenn sie sic draußen sehr schnell setzte und dann legte.

Nach dem zweiten Mal Gassi wollte sie sich aber nicht mehr hinlegen, ich nahm sie nochmal auf den Schoß und streichelte sie, sie kuschelte sich auch ein bisschen an mich, wollte aber dann wieder runter. Ihre Abendmedikamente verweigerte sie, obwohl ich ihr was Leckeres gerichtet hatte. Sie stand dann erst am Boden und setzte sich bald hin. Ich setzte, später legte ich mich zu ihr auf den Boden. Sie sah mich nicht mehr direkt an und ich merkte, wie sich ein Schleier über ihre Augen legte. Aber es schien ihr recht zu sein, dass ich bei ihr war und ihr Pfoten und ihr Köpfchen streichelte.

Anfangs hechelte sie, dann hatte sie aber nicht mehr genug Kraft, den Kopf hoch zu halten und ließ das Hecheln sein. Da wurde mir klar, dass sie sich jetzt verabschiedet. Den Fernseher hatte ich schon ausgeschaltet und bat meinen Vater, das große Licht auszumachen. So lagen wir nebeneinander auf dem Boden und- ich bin jetzt noch so froh darüber- ich konnte beruhigend mit ihr sprechen, ohne zu weinen, was ihr sicher Angst gemacht hätte. Sie hat immer sehr feine Antennen für meine Gefühle gehabt. Kurz vorher hatte sie auch noch Rescuetropfen von meiner Hand geschleckt, vielleicht haben sie ihr auch ein bisschen die Angst genommen.

Oder vielleicht hatte sie auch keine Angst. Sie sah nicht aus, als hätte sie welche, sie fiepte nicht und hatte höchstwahrscheinlich auch keine Schmerzen, da ihr Herz einfach nicht mehr die Kraft hatte, zu pumpen. Schließlich merkte ich, wie sie selbst eigentlich nicht mehr da war. Ihr Körper zuckte aber noch immer wieder. Ich flüsterterte ihr immer zu, dass sie nicht zu kämpfen braucht, einfach loslassen kann, dass alles licht und hell wird und dass sie der beste Hund der Welt war. Und vor allem, dass wir ihr nicht böse sein würden, dass sie uns verlässt. Sie wollte ja immer alles richtig machen.

Es dauerte insgesamt vielleicht eine halbe Stunde, genau kann ich es nicht sagen, aber dann hatte ihr Herz aufgehört zu schlagen und sie atmete nicht mehr. Ich konnte sie dann noch eine Weile streicheln und mich von ihr verabschieden. Dann haben wir sie in eine umfunktionierte Holzschublade gelegt, die mit einem weißen Tuch ausgekleidet war und deckten sie zu. Sie bekam noch ein kleines Kreuz von meiner verstorbenen Großmutter, einen Rosenkranz und ihr allererstes Lieblingsspielzeug mit. Später trugen wir sie in unser Holzgartenhaus und zündeten Kerzen für sie an.

Am nächsten Morgen hatte mein Vater schon alles vorbereitet, dass wir sie im Garten beerdigen konnten, als ich nach einer Nacht, in der ich nur dank einer Schlaftablette geschlafen hatte, wach wurde. Wir beerdigten sie dann, nachdem ich sie mir noch einmal angesehen hatte. Sie sah noch genauso friedlich aus wie am Abend.

Ich bin ihr, trotz dieser Trauer und diesem Gefühl, dass meine Seele fehlt, so dankbar, dass sie mir die Entscheidung, ob ich sie einschläfern lassen sollte, wenn die Herzinsuffizienz zu nicht mehr beherrschbarer Atemnot geführt hätte, abgenommen hat. Und ich bin so froh, dass sie nicht leiden musste. Dass ich bei ich war, ihr hoffentlich ein wenig Kraft geben konnte.

Und ich bin meiner Hübschen so dankbar für 14,5 Jahre wunderbarer Freund sein, mein Beschützer, mein Kumpel, mein Kuschelbaby, meine Schnarchnase und auch für die Stunden, die ich genervt war, wenn sie mal wieder jeden anbellte- nur um mich zu verteidigen gegen die gefährliche Welt!- und für die Stunden, in denen sie krank war und durch die ich lernen konnte, über mich selbst hinaus zu wachsen. Prioritäten zu setzen und für ein Lebewesen zu sorgen. Sie war ein ganz wundervoller, ein sehr charakterstarker und selbstbewusster und trotzdem anschmiegsamer Hund, der sich sehr genau aussuchte, die sich sehr genau aussuchte, wen sie mochte.

Ich bin dankbar, dass ich letzte Woche durch ihren Zusammenbruch im Garten schon vorgewarnt war und die letzten Tage noch intensiv erleben konnte. Wenn sie auch in der Erinnerung irgendwie verschwommen sind. Ich hab ihr in den letzten Wochen so ein paar Sachen erlaubt, die ich ihr früher nie erlaubt hätte- und ich bin so froh, dass ich es getan habe. Sie im Bett in meinem Arm schlafen lassen. Oder auf meinem Bauch, diese warme, weiche, liebe Wesen.

Ich werde sie nie vergessen. Mehr als die Hälfte meines Lebens war sie immer da. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es werden wird, ohne sie. Sie fehlt so.